Die menschliche Software: über das Wesen chronischer Konflikte am Beispiel des Ukrainekonfliktes.

In diesem Artikel geht es einmal mehr um die Prinzipien, auf denen das von mir entwickelte Programm, symptom & sense (http://www.symptom-sense.com), mit dem man aus den Symptomen einer Krankengeschichte die Krankheitsbotschaft erstellen kann, beruht.

Das Programm basiert auf der Theorie, dass Krankheit kein Materialdefekt sondern ein innerer Widerspruch, also Ausdruck eines Konflikts  ist, der sich in widersprüchlichen Symptomen spiegelt.  

Dieses Prinzip gilt nicht nur für die Körperebene, es findet sich auch im sozialen Überbau.

Ich habe in Blog-Artikeln und Videos (https://symptomandsense.wordpress.com) schon mehrfach gezeigt, wie man aus  Krankheitssymptomen den Krankheitskonflikt und damit das Krankheitsmotiv ableiten kann. Für Homöopathen sei noch hinzugefügt, dass die analyserelevanten Symptome die Symptome der Repertorisation sind.

Diesmal möchte ich am Beispiel einer realen politischen Konfliktsituation, dem ukrainischen Bürgerkrieg, demonstrieren, dass Krankheitskonflikte und politische Konflikte den gleichen Mechanismen unterliegen. Das bedeutet,

nicht nur chronische Konflikte der Körpereben auch anhaltende politische Konflikte auf Staatsebene unterliegen dem Prinzip inhaltlich unlösbarer Widersprüchlichkeit.

Im Kern der Ukrainischen Katastrophe steht ein Rechtsanspruch, das als Völkerrecht universalen Charakter hat, in sich jedoch widersprüchlich ist:

Der Unverletzlichkeit der Grenzen des Territoriums einer staatlichen Gemeinschaft steht das Selbstbestimmungsrecht der Völker gegenüber.

Gesetzen Fall,  zwei Volksgruppen leben innerhalb des Territoriums eines Staates, obliegt es beiden, die Unverletzlichkeit seiner Grenzen und das Selbstbestimmungsrecht ihrer jeweiligen Volksgruppe zu gewährleisten. Wenn nun eine der beiden Volksgruppen der Meinung ist, dass ihr Selbstbestimmungsrecht durch die andere verletzt wird und eine Einigung nicht möglich ist, weil die andere das Recht auf Dominanz mit ihrer Überzahl, einer historischen Tradition, einer Ideologie usw. begründet, ist ein unlösbarer Konflikt generiert. Der Krieg beginnt, weil die einen sich lösen wollen, um ihr Selbstbestimmungsrecht zu wahren, die anderen eine Trennung mit dem Argument der Unverletzlichkeit der Grenzen  ausschließen. Eine Lösung ist erst durch den Sieg einer Seite, der Erschöpfung der Resourcen oder Eingriffe von außen möglich. Setzt dabei eine der beiden Gruppen ihren Willen uneingeschränkt (militärisch) durch, bleibt der Konflikt eigentlich ungelöst und kann jederzeit wieder aufflammen.

Genau dies ist die Situation chronischer Erkrankungen, die wie politische Differenzen auch inhaltliche, also politische Lösungen erfordern, weil schulmedizinische Lösungen meist den militärischen gleichen und daher kaum nachhaltig sondern langfristig verschlimmernd sind.

Wie sieht nun ein krankmachender Widerspruch auf Körperebene aus?

Wenn man zum Beispiel gewohnt ist, seine Arbeit perfektionistisch auszuführen, die Firma aber durch eine Überfülle an Aufträgen zur Eile drängt, ergibt sich ein unlösbarer Konflikt.

Führt man die Arbeit oberflächlich aus, erkrankt man am eigenen Perfektionismus, führt man die Arbeit präzise aus, kommt es zum Konflikt mit der Firma, weil immer mehr Aufträge liegen bleiben.

Eine klassische burn-out Situation. Man brennt nicht an zu viel Arbeit sondern an der Widersprüchlichkeit ihrer Bedingungen aus. Das bedeutet, die Firma muss nicht Schuld haben, es genügt, wenn Aufgabenstellung und Person nicht zueinander passen.

Aus diesen Beispielen lassen sich folgende Schlüsse ziehen:

  1. Der Krankheitsgrund ist schon vorher da. Die Unvereinbarkeit des Territorialrechtes und des Selbstbestimmungsrechts ist die Bruchstelle, die als spezifische Reizbarkeit auf den passenden Reiz – z. B. dem überproportionalen Dominanzanspruch einer von mehreren Volksgruppen innerhalb eines gemeinsamen Territoriums – „wartet“. Vernünftige Ratschläge greifen hier nicht.

      Was im Großen gilt, gilt naturgemäß auch im Kleinen. Obige Burn-out-Situation beruht auf einer perfektionistischen Persönlichkeit und einer für sie nicht zu bewältigenden Arbeitsfülle. Unvereinbarkeiten lassen sich nicht durch Ratschläge, die Arbeit oberflächlicher auszuführen, lösen.

  1. Krankheiten sind emotionale Reaktionen auf Konflikte. Krankheitssymptome sind Mitteilungen, die über die jeweilige körperliche Lokalisation und verbessernde oder verschlimmernde Umstände auf das Thema und die Ursache (auslösende soziale Situation) verweisen:

Das Unterbewusstsein teilt uns über die Lokalisation der Symptome mit, was das Thema ist und welche sozialen Gegebenheiten es als Reiz empfindet.

Der Kopf steht z. B. für den Anspruch eines Lebewesens an sozialer Geltung, die Tatsache, dass bei jemandem Kopfschmerz durch die Sonne verursacht wird, verweist darauf, dass er sich durch die Sonne (dominante Präsenz, Licht der Öffentlichkeit) in seiner Geltung in Frage gestellt, gereizt fühlt.

  1. Die Bedeutung eines Symptoms leitet sich daher aus der Art des auslösenden Reizes, der körperlichen Lokalisation und der Reaktion des Betroffenen ab.

Symptome sind Reaktionen, also Folge der Reizbarkeit eines Menschen auf Basis einer subjektiver Bewertung durch sein Unterbewusstsein. Keinesfalls handelt es sich um objektive, allgemeingültige Wahrheit. Wir sehen hier ein fixes Reaktionsmuster. Aus genau diesem Grund, nämlich dieser Wiederholbarkeit, ist es auch möglich, Computeranalysen zu erstellen. Basis dieser ist der schon erwähnte Algorithmus, dass chronische Krankheiten auf einem inneren, unlösbaren Widerspruch beruhen.

Man darf dies nicht mit Hahnemann Wechselwirkungen (Gegenreaktionen des Körpers bei Vergiftungen und homöopathischen Arzneimitteltests) verwechseln, bei denen es sich um  Akutreaktionen handelt. Sie verschwinden üblicherweise wieder, nach Vergiftungen kann es allerdings zu Dauerfolgen, also einem unlösbaren inneren Widerspruch kommen. Die Enttäuschung des Grundvertrauens in die Welt mündet hier in einer abweisenden Haltung, die sich nicht konfliktfrei mit dem Leben und seinen natürlichen Kontaktbedürfnissen vereinen lässt.

  1. Der kausale Bezug von Reiz und individueller Reizbarkeit ist das zentrale Moment jedes Symptoms: reagiert jemand auf die Sonne (Reiz), bedeutet das, dass er auf diesen Reiz von vorne herein empfindlich, sonnenempfindlich ist (Reizbarkeit);  
  • Wir haben ein Schloss-Schlüssel-System: die Reizantwort (Symptom) ist als Reizbarkeit (Schloss) auf diesen Reiz (Schlüssel) schon vorgegeben.
  1. Die Krankheitslogik folgt demnach nicht der Vernunft sondern der Emotionalität, die im Unterbewusstsein beheimatet ist. Die Krankheitsreaktion bedient sich der Symptomensprache und  ihrer Grammatik. Sie ist also eigentlich eine Aussage über die Umstände, die einen Menschen zu der immer wieder gleichen  emotionalen Antwort veranlassen.

Chronische Krankheit bricht nicht aus, wenn die Realität im Widerspruch zur Emotionalität steht –  das ist typisch für akute Erkrankungen -,  sondern wenn diese Emotionalität in sich widersprüchlich, mit der Realität also unvereinbar ist. Der Betroffene fühlt sich gleichzeitig abgestoßen wie auch angezogen, möchte sich verweigern, kann es aber aus Abhängigkeit nicht etc..

Diese Widersprüchlichkeit wird durch die Botschaft entsprechend widersprüchlicher Symptome  (Reizantworten) mitgeteilt.

Das bedeutet, will man einen Patienten, der an Kopfschmerz durch die Sonne leidet, verstehen, hat man zu bedenken, dass dieses Symptom nicht die eigentliche Krankheit sondern nur eine Reizantwort unter mehreren ist. Der Patient hat ein Krankheitsthema, das neben anderen Empfindlichkeiten Sonnenempfindlichkeit hat. Will man das Krankheitsthema, den Krankheitskonflikt, verstehen, ist die Krankengeschichte  nach einem dazu widersprüchlichen Symptom zu durchforsten.

Hier sei angemerkt, einander widersprechende  (komplementäre) Symptome sind nur auf der Ebene der Symptomenbedeutungen identifizierbar.

Eine Person, die in der Sonne Kopfweh bekommt, fühlt sich durch die Sonne ins Licht gesetzt und in ihrer Geltung in Frage gestellt. Würde diese Person die Sonne vermeiden, hätte sie keine Probleme. Wenn aber in ihr der Anspruch existiert, eindrücklich erscheinen zu wollen, weil sie sich entweder sehr leicht in Frage gestellt fühlt oder ehrgeizig um Anerkennung ringt, kommt es zu einem unlösbaren Konflikt.

Nicht die Sonne ist das eigentliche Problem sondern der Umstand, sowohl erscheinen als auch nicht erscheinen zu wollen.  Dieser Widerspruch betrifft nicht nur den Kopf, er erfasst die ganze Person und manifestiert sich in verschiedensten anderen Körpersymptomen in gleicher Widersprüchlichkeit.

  • Krankheit beruht in ihrem Wesen auf einem inneren Widerspruch, der sich in einander widersprechenden Symptomen abbildet. Ihn gilt es zu finden, um sie verstehen zu können.

Dass es sich um fixe Reaktionsmuster handelt, beruht auf der Tatsache, dass die Emotionalität von Menschen sich vom Bewusstsein nicht steuern lässt.

Zitat nach H. PLESSNER, philosophische Anthropologie (1928):

Im Emotionalen verliert der Mensch seine vernunftbestimmte Handlungsfähigkeit. Krankheiten sind emotionale Reaktionen und daher „unvernünftig“.

Menschliches Verhalten ist nicht frei. Die Willensfreiheit wird nicht nur durch die moderne Neurologie sondern schon lange von vielen philosophischen Richtungen in Frage gestellt.

Dies also sind die wesentlichen Argumente und der Grund, weshalb ich zum Schluss kam, dass der Computer sich bei der Analyse des Krankheitsgeschehens nützlich machen kann.

Philipp Zippermayr

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Warum symptom & sense kann, was es kann: Wie man die „Symptomenerzählungen“ liest:

Dieser Artikel ist die Fortsetzung des letzten Blog-Artikels: Wie symptom & sense funktioniert: Die Logik der menschlichen Software: ich führe hier die Gründe an, warum die mit dem Programm erzielten Ergebnisse bezüglich des Krankheitsmotivs unüberbietbar genau sind.

Selbst bei  der homöopathischen Repertorisation, bei der die durch die Analyse ausgewiesenen Symptome genutzt werden, sind die Ergebnisse trotz der Abhängigkeit vom verwendeten Repertorium und den eigenen Repertoriumskenntnissen unvergleichlich besser als bei der herkömmlichen  Hierarchisierung der Symptome eines Falls.

Zu den Fakten: Bei der Auswertung von Symptomen einer Krankenanamnese ist es von größter Wichtigkeit, zu wissen, welchen Symptomen welche Bedeutung im stets komplexen Krankheitsgeschehen zukommt. Symptome sind nicht gleichwertig sondern unterliegen einer Hierarchie. Je stärker sie das Zentrum des Organismus betreffen, desto höherrangig sind sie.

Die Software symptom & sense ist im Kern eine von persönlichem Gutdünken befreite Form der Hierarchisierung von Symptomen.

Die Wertung von Symptomen ist für die Übersetzung der Krankheitsbotschaft, also der Übersetzung der Symptomensprache, zwingend notwendig und daher nicht nur für die Homöopathie von großer Bedeutung.  Aus dem Kopf heraus ist sie unmöglich, weil es mehrere Faktoren gleichzeitig zu berücksichtigen gilt.Wie aufwendig dies letztlich ist, illustriert die nachfolgende Beschreibung der Vorgänge im Computer.

Die Nutzung der Software durch Anwender ist relativ einfach. Die Symptome eines Falles werden in das Programm eingetragen. In der nachfolgenden Graphik wird der Ablauf gezeigt. Jeder Pfeil steht hier für ein Symptom. Das Programm wertet die Symptome getreu der zwingenden Logik aus, dass in einer informatischen Welt Krankheiten innere Widersprüche repräsentieren.

Artikel S&S 2c

Wie komme ich dazu, die Welt für ein informatisches Gebilde zu halten? Das Programm symptom & sense wurde aus der Homöopathie entwickelt. Jeder Homöopath weiß, homöopathische Mittel wirken. In einer materiellen Welt könnten sie dies nicht, in einer informatisch-energetischen – sie deckt sich auch mit Erkenntnissen der theoretischen Physik – sehr wohl.

Ist die Welt aber informatisch, kann Krankheit kein Materialdefekt sondern nur ein informatisches Problem, also ein innerer Widerspruch sein.

Zurück zur Graphik. Sie zeigt schematisch den Verlauf einer Analyse eines Falles durch die Software: links im hellblauen Kreis stehen die Symptome der Symptomensammlung einer Krankenanamnese: jeder Pfeil symbolisiert ein Symptom. Rechts im hellblauen Quadrat sieht man die vom Programm erstellte Liste widersprüchlicher Symptomenpaare:

jedes ist durch zwei einander entgegengestellte Pfeile symbolisiert. Die Reihung der Paarungen erfolgt hier jedoch nicht zufällig sondern einem logischen Regelwerk.

Regeln der Reihung von oben nach unten: 

Die Grundreihung erfolgt über dievideo praxis a Keimblattebenen nach dem siebenteiligen Schema von P. Vijayakar. Die unterste Ebene ist die ektodermale (z. B. Haut), danach folgt das Endoderm (z. B. Verdauungskanal), danach das Mesoderm (z. B. Muskel, Knochen), dann die mesodermalen Organe (z. B. Kreislauf), als   nächstes das endokrine System (Hormondüsen), danach das ZNS, zuletzt die Zelle selbst.

Dieses Schema wirkt im ersten Moment einfach und selbstverständlich, ist es aber in der Umsetzung nicht. Symptome unterscheiden sich in ihrer Heftigkeit, man kann auch sagen Destruktivität. Die Reihung berücksichtigt dies programmintern durch miasmatische Zuordnungen auf jeder Ebene, wobei nur drei Miasmen, Psora, Sykose und Syphilinie, zur Anwendung kommen.

Dennoch genügte dies nicht! Ein starres Reihungsschema, das sich nur auf die  Keimblattebenen und die Miasmen stützt, wäre der Vielfalt des Praxisalltags, also der Individualität der Fälle, nicht gewachsen!

Dieses Problem mangelnder Flexibilität wurdeArtikel S&S 6

  1. durch diethematische Zuordnungder Symptome durch Farbquadrate und
  2. durch Festlegung einesHauptsymptoms gelöst.

 

zu 1. Thematik: In der nebenstehenden Graphik sehen Sie das Schema einer                                                     UntereiArtikel S&S 5a -nanderreihung widersprüchlicher Symptomenpaare. Ich nenne sie komplementäre Symptomenpaare. Jedes dieser komplementären Symptomenpaare ist einem bestimmten Thema(Farbquadraten: hier grau, grün und rot) zugeordnet.

Wie eingangs erwähnt, schlüsselt das Programm die Symptome einer Anamnese nach ihrer Widersprüchlichkeit auf. Der Vorgang basiert auf 7000 Symptomen, die alle dynamisch zugeordnet sind. Wenn also Krankheit ein innerer Widerspruch ist, muss sich dieser Widerspruch in widersprüchlichen Symptomen spiegeln.

Jeder Widerspruch bedarf eines thematischen Rahmens. Auch bei Alltagsdiskussionen können sich Menschen nur widersprechen, wenn alle vom selben Thema reden. Das Programm sucht diese Widersprüche im Rahmen von sechs Themen und stellt sie zu Widerspruchspaaren (komplementären Symptomenpaaren) zusammen, Jedes dieser Symptomenpaare ist auf der Programmoberfläche durch eine Farbe angezeigt. Je häufiger eine Farbe vorkommt desto wahrscheinlicher handelt es sich um das Thema des Falls.

Graphik: Die Software berücksichtigt sechs Themen, unter denen das 1., Probleme nervöser Überreizung (rot), und das 3., defensive, destruktive Thematik (dunkelblau), besondere Bedeutung haben. Rot verweist auf die Erregungsursache, dunkelblau auf destruktive Tendenzen.

Video HB5 Themen

Die Häufigkeit eines Themas (= einer Farbe) innerhalb einer Reihe komplementärer Symptomenpaare ist Basis jeder Auswertung:

Zusammenfassung: bei der Auswertung der Symptome eines Falls stellt das Programm einander dynamisch widersprechende Symptome zu komplementären Symptomenpaaren zusammen und setzt sie  nach ihrer Ranghöhe (Keimblattebene) untereinander. Jedes Paar ist einem Thema (Farbe) zugeordnet. Die am häufigsten vorkommende Farbe sollte das Thema des Falles anzeigen.   Artikel S&S 4a

siehe dazu die Graphik rechts: die dominierende Farbe der schematischen Auswertung im hellblauen Quadrat ist grau. Sie dominiert mit 2:1:1 gegen grün und rot.  

Theoretisch scheint das Problem gelöst, in der Praxis genügt jedoch die Häufigkeit alleine nicht, weil der Symptomeneintrag Zufälligkeiten unterliegt. Man kann z. B. ein wichtiges Symptom übersehen haben.

Aus diesem Grund habe ich das Hauptsymptom als korrigierenden Faktor eingeführt.

zu 2. Hauptsymptom:

Das Hauptsymptom ist das Symptom, das den Patienten in die Praxis führte, es ist in der Regel das  schwerste,  wenn nicht anders möglich das auffälligste.

Es ist das letzte und oberste Reihungskriterium: Nicht allein die Häufigkeit bestimmter Themen (Farben) sondern deren Bezug zum Hauptsymptom  entscheiden nun über den Rang einer Paarung.

Wenn Sie sich obige Graphik ansehen, so dominiert grau – das Thema ist Orientierungsprobleme, IndifferenzDamit aber grau als dominierendes Themaanerkannt wird, muss eine seiner Paarungen das Hauptsymptom enthalten. Dies ist in der zweiten grauen Paarung der Fall.

 

GRUNDREGELN DER AUSWERTUNG KOMPLEMENTÄRER SYMPTOMENPAARE:

Es geht um die Auffindung von drei charakteristischen Paarungen: Artikel S&S 7a

Paar I., II., III.

Es genügt nicht, dass eine bestimmte Farbe (= ein Thema) dominiert. Das Hauptsymptom muss wenigstens innerhalb einer Paarung dieser dominierenden Farbe vertreten sein.

  1. Die Paarungen mit demHauptsymptom (Paar I.) rangieren vor allen anderen. Dies auch dann, wenn die zugeordnete Farbe nicht die häufigste (in obigem Beispiel also nicht grau) ist. Allerdings, alle weiteren Recherchen werden nun auf eine Bestätigung der Farbzuordnung des Hauptsymptoms ausgerichtet sein. Gibt es mehrere Paarungen mit dem Hauptsymptom, gilt ihre  Reihung von oben nach unten, die doppelte Umrandung zählt also mehr als die Farbzuordnung, die ist in diesem Fall sekundär.
  2. das den Falldominierende Thema wird primär durch das Hauptsymptom und Artikel S&S 7bsekundär durch dieHäufigkeit einer Farbe (sechs mögliche, hier 2x grau ) bestimmt. Kommt das Hauptsymptom in zwei Paarungen vor, wird nach Ranghöhe von oben nach unten gereiht (siehe Graphik).
  1. ACHTUNG! Jede Auswertung hat eine rote Paarung zu enthalten. Sie ist Ausdruck der indiviuellen nervösen Reizbarkeit, die einen unmittelbaren Bezug zur Kausalität hat:

Ist weder eine rote noch eine dunkelblaue (destruktive) Paarung vorhanden, ist die Befragung und der Symptomeneintrag so lange fortzusetzen, bis eine der beiden Farben erscheint.

  1. Dunkelblaue Paarungen verweisen auf destruktive Tendenz. Gerade weil es sich um einen resignativen Artikel S&S 8Entschluss handelt, die herrschende Situation also als systemisch aussichtslos erachtet wird, haben sie als III. Paarung Priorität vor einer roten. 

Zusammenfassung: Die Beachtung der thematischen Dominanz (sechs mögliche Farben) erfasst den dynamischen Kern eines Falles, die Reihung innerhalb des dominanten Themas (Farbe) berücksichtigt seine Schwere (je weiter oben desto schwerer). Die Setzung des Hauptsymptoms und die Aufwertung von Paarungen roter oder dunkelblauer Zuordnung sorgen dafür, dass man die Individualität des Falles nicht missachtet, indem man seine Kausalität oder Destruktivität übersieht.

Wenn sie sich diese Kriterien vergegenwärtigen, ist es wohl klar, dass hier die Computerunterstützung  in jedem Fall zu einer qualitativen Aufwertung führt.  Menschen sind im Allgemeinen nicht in der Lage, diese komplexen Fallfaktoren im Praxisalltag zu berücksichtigen. Der Computer denkt hier nicht, er ordnet zu.

 

Wie sieht nun eine Auswertung auf der Programmoberfläche aus? Huber Symptome 6

Im nebenstehenden Fall dominiert

gelb (Geltungsthematik).

4 x gelb : 1 x grau : 1 x dunkelblau

gelbe Paarungen haben dasHauptsymptom,

die Auswertung folgt dem obigenStandardschema:

Hauptsymptom (Paar I. + Paar II.)

als III. Paarung der Auswertung wird diedunkelblaue (Destruktion) genutzt.

Die oberste gelbe Paarung bleibt als Reserve, falls weiter Symptome nötig sind.

 

 

WAS IN DER PRAXIS TATSÄCHLICH ZU TUN IST…

Sie sehen, dieses Reglement einer Programmanalyse ist komplex. Was für Menschen vielleicht kompliziert ist, ist mit Hilfe des Computers ein einfacher Routinevorgang.

Es gilt drei komplementäre (widersprüchliche)  Symptomenpaare auszuwählen.

Für die Auswahl der ersten beiden den Fall charakterisierenden Symptomenpaare,  Paar I. und II.,  gilt es folgende Fragen zu beantworten,…

  1. bei welcher komplementären Symptomenpaarung steht das Hauptsymptom?
  2. welchem Thema (Farbe) ist es zugeordnet?
  3. gibt es weitere Paarungen dieser Farbe? Wenn nicht, muss der Patient weiter befragt werden.

Paar III.: Beim dritten komplementären Symptomenpaar geht um die Frage,…

  1. sind in der Auswertung Paarungen roter (Thema 1.) oder dunkelblauer Zuordnung (Tema 3.) vorhanden? Es geht um den ursächlichen Bezug in Form der Reizbarkeit eines Menschen (rot) oder die Wende in die Destruktivität (dunkelblau) seiner Krankengeschichte.

Für Homöopathen: Dies ist auch die Schiene bei schwierigen Fällen. Man repertorisiert erst Mal nur die hochrangigste rote oder blaue Paarung und schaut, welche kleinen Mittel angesagt sind.

Mit den Texten der Symptome der Paarungen I., II. und III. wird das Krankheitsmotiv präzise erstellt. Das ist für jeden Therapeuten eine Orientierungshilfe, es kann kaum passieren, dass man nicht weiß, worum es geht, oder dass man einen schwerwiegenden Verlauf übersieht.

Gerade in der Homöopathie ist es wichtig, dass die zur Repertorisation genutzten Rubriken auch der Schwere  des Falls gerecht werden. § 165 des Organon besagt, mit banalen Symptomenübereinstimmungen kann man keinen Kurerfolg erwarten. Die Rubriken der über symptom & sense gewählten Paarungen werden für diesen Zweck verwendet, wobei alle Regeln der klassischen Homöopathie unberührt bleiben.

Philipp Zippermayr

Die menschliche Software: „Unlösbare“ Fälle verstehen und lösen – Falcon peregrinus:

Krankheiten sind Erzählungen über den inneren Zustand des Kranken. Symptome sind Vokabeln einer Ursprache, die bildhaft körperliche Zustände zum Ausdruck bringen. Mit der von mir entwickelten  Software, symptom & sense, kann man aus den Symptomen einer Krankengeschichte die Krankheitsbotschaft erstellen.

Die Bedienung der Software und den theoretischen Hintergrund habe ich in zahlreichen Schriften und Videos in diesem Blog beschrieben. Sie finden die Videos, wenn Sie in der rechten Spalte unter Schlagwörter Video anklicken .

Das Programm basiert auf meiner Theorie, dass Krankheit kein Materialdefekt sondern ein innerer Widerspruch, also Ausdruck eines Konflikts  ist. In einer Welt aus Energie und Information ist dies zwingend, in einer materiellen Welt nicht.

Ich arbeite als Homöopath.  Das bedeutet, ich verwende die Symptome der Programmauswertung zur Repertorisation in meinem Homöopathieprogramm (Radar). Im Grunde übernimmt das von mir entwickelte Programm die Hierarchisierung der Symptome. Das ist naturgemäß für Nichthomöopathen von geringerem Interesse. Dennoch, wenn es möglich ist, dass man mit diesem Verfahren über die Krankheitsbotschaft komplizierte Zusammenhänge  so weit entschlüsselt, dass man auch weniger gut untersuchte homöopathische Mittel verschreiben kann, sind die Hintergründe, wie man zu den dafür benötigten Informationen kommt, für alle Disziplinen von Interesse.

Nachfolgend ein Beispiel:

Die Frau ist 46 Jahre alt, ich hatte sie schon vor Jahren wegen Stirnhöhlenbeschwerden mit berstenden Kopfschmerzen beim Bücken behandelt. Bevor ich also auf ihr gegenwärtiges Problem eingehe – und nur um das geht es -, ein kurzer Überblick über ihre Krankengeschichte:  Knapp vor ihrem 19 Lebensjahr hatte sie eine Gehirnhautentzündung. Dazu ist anzumerken, dass sie schon ihre Internatszeit  als Eingesperrtsein empfand und den Weg in eine Lehre von ihren Eltern erzwang.

Später, sie war schon verheiratet und hatte Kinder, vertrug sie es auffällig schlecht, wenn sich die Schwiegermutter an ihren Pflanzen im gemeinsamen Garten zu schaffen machte.  Sie war und ist auch geruchs- und geräuschempfindlich, mag auch nicht massiert werden. Als sie wegen einer Skoliose, sie war damals 19, Schuhe mit Einlagen bekam, reagierte sie darauf mit Lendenwirbelbeschwerden, die erst aufhörten, als sie wieder normale Schuhe anzog.

Bei unserem ersten Kontakt, sie war damals 42, erwies sich nux-v als hilfreiches homöopathisches Mittel. Aus meiner heutigen Sicht war das nur ein annähernd passendes Mittel, weil man ja an allen Ecken und Enden des Falles ihre Empfindlichkeit auf Einschränkungen erkennt.  Ich habe die „Zeichen“, die dies belegen, in ihrer Krankengeschichte unterstrichen.

Ihre gegenwärtigen Beschwerden waren Schnupfen mit Druck im Kopf beim Bücken und Schnäuzen jedoch Besserung im Freien. Sie berichtete von sporadischer Kraftlosigkeit in der Brust mit dem Gefühl, keine Luft zu kriegen, das sich durch tiefes Atmen besserte, außerdem von  abendlichem Gähnen, wenn sie zur Ruhe kam.

Der Schnupfen war vor zwei Wochen nach Konfliktsituationen in der Pfarrgemeinde aufgetreten. Es ging um die Organisation einer Faschingsveranstaltung und unberechtigte Kritik an dieser.

Sie erzählte auch, dass sie sich durch Umarmungen sehr leicht bedrängt fühlte, dass es ihr demnach schwer fiel, diese länger auszuhalten.

Innerfamiliär fühlte sie sich in Opposition zur Verwandtschaft. Sie ergriff nämlich  gerne Initiativen, wollte ihr Umfeld beleben, hatte aber gleichzeitig das Gefühl, nicht damit hervortreten zu können, um nicht kritisiert zu werden.

Herzklopfen, wenn der Kaffee zu stark war.

Die zentrale Absicht dieses Artikels ist, zu zeigen, dass die Übersetzung der Symptomenbotschaften relativ einfach und mit großer Exaktheit gelingt, dass aber die Übersetzung in Homöopathie, also der Gang ins Repertorium sehr viel problematischer ist.

Zuerst also die Übersetzung durch die Software nach dem Schema:

Symptome sammeln          >>>                                  Auswertung         >>>    Das Resultat  – die Symptomenpaare, die den                                                                                                                            Krankheitskonflikt anzeigen

Artikel S&S 2

Bräuchte ich nur die Krankheitsbotschaft, könnte ich diese mit einer über 90 %igen Sicherheit bestimmen. Als Homöopath gilt es aber, das passende Mittel zu finden. Welche Tücken das gerade in diesem Fall hatte, werde ich nachfolgend zeigen.

Auf der Programmoberfläche sieht der Vorgang wie folgt aus:

Symptome der Anamnese über das Suchfenster, Symptomsuche, eintragen…

1. 1. Symptomsuche

…und über die Symptomenqualifikation – hier geht es darum, ob das Symptom aktuell ist, ob es eine Modalität hat und ob es als Hauptsymptom zu bewerten ist – bestätigen. Als Hauptsymptom wird das Symptom bewertet, das die Patientin in die Praxis geführt hatte oder das schwerste (= hochrangigste) ihrer Symptome. Wenn möglich, bevorzuge ich das schwerste Symptom.

1. e. Qualifikation

Durch Anklicken von Speichern wird das ausgewählte Symptom in die Symptomenliste eingetragen.

ProgrammseiteSymptomsuche:

In der Symptomen-Huber Symptome 3liste für den oben geschilderten Fall  sind die nachfolgenden Symptome samt ihren Texten untereinandergestellt:

Schneuzen; Kopfschmerz durch:

Leere in der Brust:

Freien; Schnupfen besser im:

Bücken: Kopfschmerz schlimmer:

Schlucken oder Ausräuspern des Schleims

unmöglich:

Schleim im Hals:

Umarmt zu werden; Abneigung:

Leeregefühl in der Brust/Magen; Atemnot mit:

Die Symptomentexte sind in der Wortfolge des homöopathischen Repertoriums  geschrieben, also ab dem ; zu lesen. Das werde ich ändern, sollten es die AnwenderInnen wünschen.

Im nächsten Schritt klickt man nun Auswertung an        Huber Symptome 9und erhält auf der Programmseite Auswertung eine nach  der Gewichtigkeit ihrer Symptome untereinandergestellte Reihe komplementärer Symptomenpaare.

Wie schon oben erwähnt, erachte ich Krankheit nicht als Materialdefekt sondern als inneren Widerspruch. Die komplementären Symptomenpaare setzen sich aus einander widersprechenden Symptomen zusammen, bilden also die widersprüchliche Dynamik des  Krankheitsgeschehens ab.

Huber Symptome 6

An erste Stelle sehen Sie hier das ranghöchste komplementäre Symptomenpaar, das den Kern der Krankheitsbotschaft nachstellt:

Abneigung, umarmt zu werden – Leeregefühl in  Brust, Magen; Atemnot bei.

Die doppelte Umrahmung einer Paarung zeigt an, dass das von mir als das schwerste Symptom erachtete Hauptsymptom, Leergefühl in der Brust, Teil dieser Paarung ist. Dies ist wichtig, würde das Hauptsymptom erst an der zweiten oder dritten Paarung beteiligt sein, käme dieser der höchste Rang zu.

Das Hauptsymptom ist also das höchste Reihungskriterium. Das zweithöchste ist die dominierende Farbe, hier dunkelgrün: jeder Farbe ist programmseitig ein Thema zugeordnet.

Der oder die AnwenderIn können durch Anklicken des i im Farbquadrat dieses Thema aufrufen.

  dunkelgrün: expansive Thematik. Auf Anpassungsdruck  expansiv reagieren.                                                                 gelb: Geltungsthematik: Probleme der Anpassung an die Geltungsbedingungen.

 Sehen wir uns die Texte dieses zentralen komplementären Symptomenpaars näher an: alles was hier für AnwenderInnen zu tun ist, ist das Unnötige wegzustreichen. Mit etwas Routine genügt es, die Texte entsprechend zu lesen.

 Huber Symptome 11

In dieser Weise arbeitet der Algorithmus des Programms. Er sucht im Rahmen von sechs Themen Widersprüche (Konflikte), weist diese als Symptomenpaare und den thematischen Rahmen, innerhalb dem sich dieser  Widerspruch zeigt, durch Farbquadrate aus. Die Reihung der Symptomenpaare nach Schweregrad – sie erfolgt unter anderem nach der Keimblattebene, auf der ihre Symptome angesiedelt sind – dient als Entscheidungshilfe.

Damit erreicht die Software die oben genannte Sicherheit von über 90 %. Würden Sie den Text des ersten Symptomenpaars nicht verstehen, können Sie die zweite dunkelgrün gekennzeichnete Paarung anklicken und werden hier ergänzende Information erhalten. Das ist möglich, weil ja der thematische Rahmen der gleiche ist.

Zusammenfassung des KRANKHEITSMOTIVS: Die Patientin drängt einerseits nach außen zur Erscheinung, sie ist aber andererseits durch das Gefühl, eigentlich ohne soziale Resonanz, nicht respektiert zu sein zurückgehalten, blockiert.

Soweit so sicher. Viele Therapieformen werden an dieser Information anknüpfen können, in der Homöopathie benötigt man nun noch das Mittel.

Übersetzung in Homöopathie: Ziel des Analysevorgangs ist, das durch das Programm erstellte Krankheitsmotiv mit dem über die Repertorisation gefundenen Arzneimittel zu bestätigen. Das Krankheitsmotiv hat sich also mit dem Arzneimittelmotiv zu decken.

In der Repertorisation werden nur relevante Symptome der Auswertung verwendet. Die Reihenfolge der Verwendung folgt dem Rang der Symptomenpaare. Das Programm übernimmt somit die Hierarchisierung der Symptome. Ich will nicht verhehlen, dieser Fall hat nicht sofort funktioniert.

Das Problem beginnt mit dem Symptom, Abneigung, umarmt zu werden. Es gibt im Synthesis keine Rubrik dieses Namens: es gibt Gemüt – Liebkost zu werden; Liebkosungen – Abneigung, liebkost, gestreichelt zu werden mit      11 Arzneimitteln. Das ist für den Einstieg in eine Auswertung sehr wenig. Ich habe es mit Mitteln des Symptoms, Gemüt – Wahnideen – Gefangener; sie wäre ein,  ergänzt. Dieses Symptom hat eigentlich nur 7 Mittel, weshalb ich es in meinem Repertorium auf 34 Mittel vergrößert habe, indem ich Mittel aus dem Gienow Repertorium, Rubrik gefangen (11 Mittel), und der Synthesis-Rubrik, Wahnidee, in der Falle zu sitzen (18 Mittel), und eigene Nachträge hinzufügte.  Alle diese Symptome sind letztlich nur Annäherungen an den Wortlaut, umarmt zu werden.

Der sichere Pfad, der noch bei der Erstellung des Krankheitsmotivs gegangen werden konnte,  ist also verlassen. Das ist eine häufige Begleiterscheinung, wenn man die Gefilde des Repertoriums betritt. Warum das so ist, habe ich schon in einem früher veröffentlichen Artikel erwähnt: Was die Software symptom & sense – vom Krankheitszeichen zum Krankheitssinn – kann bzw. nicht kann: Artikel 2. (sie finden ihn ebenfalls in diesem Blog).

Ich gebe also die beiden Symptome des zentralen komplementären Symptomenpaars in das Radar Homöopahieprogramm ein. Beide Rubriken wurden mit anderen ergänzt. Ich verwende Synthesis 9.1, das ich mit mehr als 100000 Nachträge etwas „aufgepeppt“ habe.

 Huber Symptome 10Wir sehen 8 mögliche Kandidaten: chin, cocc, nat-m, nit-ac, plat, tub, olib-sac, falco-pe.

Nach den Auswertungsregeln  ist in der vorliegenden Auswertung

Huber Symptome 12 (2)

das zweithöchste  komplementäre Symptomenpaar.  Diese Paarung ist dem Thema gelb, Geltungsthematik, zugeordnet. An ihr ist ebenfalls das Hauptsymptom beteiligt, somit liefert es nur ein Symptom, Kopfschmerz schlimmer durch Bücken, für die Repertorisation.

Die Auswertungsregeln, in ihnen ist die Beteiligung des Hauptsymptoms an einer Paarung das oberste, die Farbzuordnung das zweithöchste Wahlkriterium, finden sie im Artikel, Wie man einen Fall angeht, auf der Startseite des Programms, symptom & sense: Anklicken von  Praxis unter dem Fenster, Anmeldung, öffnet ein Dropdown Menü mit diesem Titel.

Reicht das nicht aus, käme  getreu den Auswertungsregeln  als dritte Paarung

HUber Symptome 13

in Betracht. Ich zeige die Repertorisation mit diesen ergänzenden Symptomen nicht. Das Mittel der Wahl führte nämlich zu keinem therapeutischen Erfolg, die Patientin berichtete von keiner entscheidenden Besserung. Ich fasste dies als Hinweis  auf, dass das gesuchte Mittel klein ist – als kleine Mittel erachte ich Mittel unter 1500 Symptomen im Repertorium. Es „überstand“ daher die Nutzung mehrerer Symptome nicht.

In Fällen, deren Repertorisation kein Resultat erbringt, lege ich alle Aufmerksamkeit auf die Repertorisation des hochrangigsten, also ersten Paares der Auswertung. Es geht nun darum, wie viele Mittel erbringt die Auswertung von nur zwei oder drei Symptomen und wie „groß“ sind die hier angezeigten Arzneimittel? Damit ist gemeint, mit wie vielen Symptomen ist jedes dieser Mittel im Repertorium vertreten?

Ich wiederhole, die Repertorisation des zentralen komplementären Symptomenpaars

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Die Anzahl der Symptome (= Größe) jedes Mittels in meinem Synthesis 9.1 Repertorium ist:

chin 8800, cocc 5700, nat-m 12100, nit-ac 8800, plat 5600, tub 3000, olib-sac 1200, falco-pe 1300;

Wir sehen, es sind nur 2 – 3 kleine Mittel in der Auswertung, bei denen man damit rechnen muss, dass sie im Zuge weiterer Symptomenauswertungen verschwinden. Dabei sind olib-sac und falco-pe eindeutig klein, tub ist mehr als doppelt so groß wie diese. Es geht nun im weiteren darum, ganz allgemein zu untersuchen, welche Präsenz diese kleinen Mittel in den  restlichen  Symptomen  der Anamnese, sie stehen in der Symptomenliste, haben.

Um dies zu überprüfen, habe ich diese Symptome in eine andere Ablage des Synthesis Repertoriums eingetragen und repertorisiert. Um kleinen Mitteln eine Chance zu geben, nutze ich wenn möglich kombinierte Rubriken, zum lokalen Symptome füge ich die Allgemeinsymptome der Modalitäten dieser Symptome hinzu.B. das lokale Nase, Schnupfen im Freien amel. wird durch Allgemeines, im Freien amel. ergänzt.

Es stellte sich heraus, olib-sac ist gar nicht,  falco-pe ist an zwei, tub an drei  Positionen vertreten.

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Falco-pe findet sich in der Rubrik Allgemein – im Freien – amel. und innerer Hals – Schleim – Schlucken – weder geschluckt noch hochgeräuspert werden; kann. Dies wurde von der Patientin genau so geäußert und hat letztlich den Ausschlag zugunsten von falco-pe gegeben. Diese Rubrik hat nur 6 Symptome, ist also eine Keynote.

Sie könnten nun fragen, wieso ist dieses Halssymptom nicht in der Auswertung von symptom & sense  enthalten, wenn es so besonders ist?

Ausgewertet werden primär die Symptome widersprüchlicher Dynamik. Das Schluckproblem ist eine sekundäres Symptom, das aus dem dynamischen Konflikt resultiert. Es illustriert die emotionale Folgesituation, bei der es quasi weder vor noch zurück geht.

Um in einen Fall einzusteigen, braucht es den zentralen dynamischen Konflikt selbst, nicht seine Folgen!

Im vorliegenden Fall ist dieser Konflikt in vier komplementären Symptomenpaaren abgebildet (siehe St. 4. Auswertung). Ihre Repertorisation erbrachte kein Resultat, also geht es jetzt nur mehr darum, welches der kleinen Mittel, die die Repertorisation des ranghöchsten komplementären Symptomenpaars erbrachte, kommt in Frage?

Somit lohnt es sich, das Arzneimittelmotiv von falcon peregrinus – es ist auf der letzten Programmseite, Endauswertung, aufrufbar – mit dem Krankheitsmotiv zu vergleichen. 

KRANKHEITSMOTIV: Die Patientin drängt einerseits nach außen zur Erscheinung, sie ist aber andererseits durch das     Gefühl, eigentlich ohne soziale Resonanz, nicht respektiert zu sein, zurückgehalten, blockiert.

falcon peregrinus: Problem, soziale Beachtung zu wünschen, hervortreten, Anerkennung erfahren sich jedoch ungewissen Bedingungen, Veränderungen nicht aussetzen zu wollen, somit weder mit sich noch der Familie im Reinen zu sein, weil es meint, abhängig, gefangen und daher trotz seiner Besonderheit nur kritisiert, attackiert, als hässlich erachtet zu sein, seinen Unmut letztlich nur unterdrücken oder nach innen entladen zu können;                                             Strategie: beißt um sich oder attackiert sich selbst;

Sie sehen, wie nahe allein die Botschaft des zentralen komplementären Symptomenpaars an dieses Arzneimittelmotiv herankommt. In der Praxis wird man natürlich diesen Vergleich vor der Verschreibung durchführen. Im vorliegenden Fall würde man sogleich erkennen, dass es nur um die Frage, tub oder falco-pe, geht.

Ich verschrieb also falcon peregrinus D 200. Zwei Tage später kam schon der Anruf, es hatte sich ein Simillimum-Effekt eingestellt. Die seit zwei Wochen  anhaltende, belastende Symptomatik klang unter falco-pe innerhalb eines Tages ab. Es war wie bei dem in einem früheren Blog-Video geschilderten lachesis-Fall , der übrigens immer noch hervorragend unter lachesis läuft, obwohl die Patientin mittlerweile schwanger geworden ist.

Es ist also irrwitzig zu glauben, solche Resultate erhielte man per Zufall. Jeder Fall kann im Programm nachgestellt, also überprüft werden. Auch im Praxisalltag müssen sich die Inhalte der Symptome und die Schlüsse, die man aus ihren Botschaften zieht, mit den Patienten und seiner Geschichte decken.

Was das Programm zu leisten imstande ist, kann somit unmittelbar in der Praxis nachgeprüft werden.

Es hat auch keinen Sinn zu diskutieren, ob das, was ich anbiete, geht oder nicht geht, ob das zulässig oder unzulässig ist. Aus meiner Perspektive kann ich nur zeigen, mit welcher  Logik ich vorgehe und, dass es so geht, wie ich behaupte, dass es geht. Das möchte ich mit diesem und künftigen Fallbeispielen unterstreichen.

Mag sein, dass es für manchen eine Hürde ist, dass ich an die Stelle der herkömmlichen Krankheitstheorie nach Koch oder Pasteur (Erregertheorie) meine Krankheitstheorie (Krankheit ist kein Materialdefekt sondern ein innerer Widerspruch) setze.

Dass Homöopathie in einer materiellen Welt nicht wirken kann, scheint vielen Homöopathen und alternativen Therapeuten nicht klar zu sein. Die Schulmedizin rettet sich in die Behauptung, dass Homöopathie nicht wirkt, also Firlefanz ist.

Wie auch immer! Dass das materialistische Weltbild fallen wird, ist langfristig sicher, egal ob das dem gegenwärtigen Zeitgeist passt oder nicht passt. Wenn es aber fällt, ist die Theorie, auf der mein Programm fußt, keine Theorie sondern zwingend.

Philipp Zippermayr