Was symptom & sense kann – am Beispiel einer psychologischen Disziplin: Familienaufstellung:

Das Phänomen Familienaufstellung kann nur über informatische Prozesse erklärt werden. Betrachtet man die Familie als Beziehungsfeld, muss dieses Feld auf einer der menschlichen Existenz unterlegten informatischen Ebene gespeichert sein (wissende morphische Felder: Rupert Sheldrake).  Eine Theorie, wie dies physikalisch erklärt werden könnte, ist die systemische Verschränkung, die aus der Quantenphysik abgeleitet wurde.

Die Quantenphysik besagt, zwei Teilchen, die zum selben physikalischen System gehören, bleiben auch nach ihrer räumlichen Trennung miteinander verbunden. Aus dieser Entdeckung schloss man, dass auch das Erscheinen von emotionalen Reaktionen oder Schmerzen, die einer möglicherweise nicht mehr lebenden Person zugeordnet werden, durch derartige Teilchenbezügen erklärt werden könnten.

Die Hirnforschung deutet dies organisch über Spiegelneuronen. Diese werden von den emotionalen Zuständen anderer angeregt und befähigten uns also, uns in andere einzufühlen, mit ihnen zu leiden oder sich mit ihnen zu freuen. Dazu ist anzumerken. Sollten Spiegelneuronen für emotionale Reaktionen, wie sie soziale Bezüge in uns auslösen, verantwortlich sein, müssten sie zwangsläufig auch die Familiengeschichte mit einbeziehen können, also zur personenübergreifenden, systemischen Speicherung fähig sein.

Das heißt, sie müssen informatische Qualitäten haben.

Fazit: Die Fähigkeit zur Einfühlung in andere scheint eine prinzipielle Voraussetzung unseres hohen kommunikativen wie sprachlichen Potenzials zu sein. Wir können uns aus dem anderen nicht raushalten sondern unterlegen ihm stets unsere Emotionalität, die Ausdruck unserer eigenen Persönlichkeit ist. Wir fühlen also im sozialen Umgang immer mit, errichten ein Bezugsfeld, indem wir uns an die Stelle des anderen setzen.

Zur Familienaufstellung: Die Tatsache, dass im Rahmen der Familiengeschichte ein bestimmtes dramatisches Ereignis aufgetreten ist, führt meist zur Annahme, dass es für den gegenwärtigen Zustand des Patienten, für den diese Aufstellung gemacht wird, verantwortlich sei.

Ich bezweifle die Richtigkeit dieses analogen Schlusses.

 Tatsächlich muss sich dieses Ereignis in der Symptomatik ders Patienten, ihrer körperlichen Zuständen, ihrer Chronizität wiederspiegeln. Dann erst ist der Beweis für diesen Zusammenhang erbracht.

Dabei geht es nicht um die spontanen Körperwahrnehmungen, die ein systemisch Aufgestellter unmittelbar durch die Aufstellung an einer bestimmten Position hat, sondern um die aktuelle Krankengeschichte des Menschen, der diese Aufstellung für sich und seine Befindlichkeit veranlasst hat. Schließlich ist er es, den dieses vergangene Ereignis betrifft.

Es geht also nicht um die Frage, ob etwas in der Vergangenheit geschehen ist, sondern um die Frage, ob das Geschehnis auf die Gegenwart des Betroffenen Einfluss hat. Die pauschale Annahme, allein das Wissen um ein Ereignis, eine aufwallende starke Emotion, die zweifellos auf dieses Ereignis zurückgehen kann, bewiese, das es Anlass des gegenwärtigen Zustands des Betroffenen sei, ist problematisch.

Ich halte fest: Nicht die Emotion, nicht das, dass sich positionsabhängig etwas im Körper des Aufgestellten regt, ist zu bezweifeln sondern die selbstverständliche Annahme, dieser Umstand sei auch pathologisch in dem, der diese Aufstellung für sich veranlasst hat, aktuell wirksam.

Die Krankheitsbotschaft, die von der Software symptom & sense durch die Analyse der Symptome  erstellt wird (siehe dazu das Video In drei Schritten vom Krankheitszeichen zum Krankheitssinn:

https://www.youtube.com/watch?v=Ik3TUYgb9xI ) ,

sollte mit den Resultaten der Familienaufstellung verglichen werden. Stellen Sie sich vor, es gäbe mehrere Anlässe, welcher war es? Oder, das tatsächliche Ereignis ist nicht zur Sprache gekommen, weil sich ein anderes aufregender erscheinendes in den Vordergrund geschoben hat.

Ich bin kein Familienaufsteller, kann also nur von außen her Anregungen einbringen. Fachleute, die meinen Ansatz verstehen, werden vielleicht die für diese Disziplin wichtigeren Problemstellungen ausmachen und neue Lösungswege sehen.

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