Wesen und Sinn der Symptome: Wieso die Psyche die Körperchemie beherrscht und nicht die Körperchemie die Psyche.

Dr. Philipp Zippermayr

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In der Schulmedizin wird eine Erkrankung über die aktuell sichtbaren und messbaren Symptome des Kranken diagnostiziert, die emotionale Lage des Patienten spielt bei dieser Diagnose keine oder nur eine untergeordnete Rolle. In der symbolischen Medizin wird die Entstehung der Krankheit und ihre spezifischen Körpersymptome als Ausdruck des seelischen Zustands des Patienten gesehen und somit dient der seelische Zustand des Patienten als Basis der Therapie.

  • Wenn die Welt also informatisch, also nicht aus feststofflicher Materie sondern aus Energie und Information aufgebaut ist, ändert sich unser Weltbild fundamental.

Mit Energie ist hier nicht die elektrische Energie gemeint, sondern ein innerer Antrieb oder Entfaltungsdrang. Dieser Drang zur Präsenz ist in allen Elementen, Dingen und Lebewesen von vorne herein angelegt und hat ab dem Urknall die Entwicklung lebender Organismen aus Materie ermöglicht. Diese „tote Materie“ hat es also geschafft, „lebendig zu werden“, sie kann somit niemals tot gewesen sein. Ihre Lebensenergie treibt die Evolution an.

 

Getrieben von diesem Drang zur Präsenz hat sich jedes Lebewesen  mit den gegebenen sozialen Bedingungen, also der Realität auseinanderzusetzen.

Die Realität fließt als Wahrnehmung in die Vorstellung ein, die jedes Lebewesen von der Welt hat, und bildet sich hier als Eindruck ab. Aus dieser Auseinandersetzung entsteht das subjektive Abbild der Wirklichkeit. Die reale Welt ist uns nicht zugänglich, wir können uns von der Welt nur Eindrücke verschaffen.

Diese Eindrücke können überzogen und unrealistisch sein, umgekehrt kann aber auch die umgebende Realität schwer oder unerträglich sein. Beide Situationen führen zum Konflikt der eigenen Vorstellungen wie die Dinge zu sein hätten, mit den herrschenden Bedingungen. Diesen Konflikt nennen wir Krankheit. Sie bildet sich in einem Symptomenmuster ab, bei dem es sich um eine Übersetzung des Konflikts in situationsbezogene Begriffe bzw. in Symptome handelt.

Die Krankheitssymptomatik ist also eine emotionale Reaktion auf soziale Bedingungen, mit denen man sich nicht arrangieren kann.

  • Warum empfinden wir Beschwerden, Zustände, Schmerzen dennoch nicht als Konflikt sondern als funktionelle Störungen?

Ich möchte dies anhand eines Beispiels erklären:

Der Kaiser von China wird von einem Boten davon unterrichtet, dass die Mongolen in sein Reich eingefallen wären. Diese Botschaft verursacht bei ihm einen kräftigen Adrenalinanstieg und heftige Aufregung. Nun zu sagen, diese Aufregung wäre vom Adrenalin verursacht, ist genauso falsch, wie zu behaupten, die Erregung des chinesischen Kaisers wäre vom Boten verursacht. In jedem Fall ist seine Emotion eine Reaktion auf die Invasion der Mongolen und damit die Ursache für die Hormonausschüttung und die dazugehörigen Erregungssymptome.

Betrachtet man diese Episode vom informatischen Standpunkt aus, hängt die Auswirkung der überbrachten Botschaft wesentlich von der emotionalen Grundstimmung im Kaiserreich ab. Der Bau der Chinesischen Mauer verweist auf ein Gefühl der Bedrohung, dem man mit einem Abschotten gegen die Umwelt zu begegnen versucht. Dieses Grundgefühl hat einen bedeutenden Einfluss auf die Bewertung der überbrachten Botschaft. Ein völlig unbedeutender Vorfall kann dann wie eine gefürchtete Invasion erlebt werden und entsprechend heftige Reaktionen auslösen.

Bei einer Bienenstichallergie wiederholt sich diese Thematik in ähnlicher Form. Informatisch gesehen ist die Botschaft, die das Bienengift übermittelt, für Menschen harmlos, für die überempfindliche Person jedoch wie eine Invasion.

 

 

  • Wenn also diesem Denken entsprechend Krankheit kein funktionaler Defekt, sondern eine emotionale Aussage über eine Ursache ist, macht es Sinn, diese Aussage verstehen zu wollen!
  • Auch die Ergebnisse der theoretischen Physik sprechen dafür, dass die Welt informatisch ist. In einer informatischen Welt gibt es keine Hardware, nur Software. Organische Körper sind komplexe informatische Systeme, also Programme, die aus emotionalen Reaktionsmustern bestehen. Folglich sind die Emotionen der bestimmende Faktor und die Biochemie ist den Emotionen unterstellt! Der derzeitige Stand der Wissenschaft sieht das umgekehrt.

Ich gehe davon aus, nicht nur die biochemischen sondern alle chemischen Prozesse bilden  emotionale Episoden ab. Drogen können ihre Wahrnehmung und Bewertung beeinflussen. Künstlich zugeführt produzieren sie also Fake News.

  • Wenn Symptome Stressreaktionen sind, muss ihre Aussage zwangsläufig Thema und Inhalt des Stresses betreffen. Ihr Zweck ist also die Schilderung des Krankheitsgeschehens. Diese Schilderung setzt sich aus Beschwerden, z. B. dem Schmerz und der körperliche Lokalisation Über verbessernde oder verschlimmernde Umstände wird zusätzlich auf die Ursachen verwiesen.
  • Das Wort „Beschwerde“ beschreibt die Sachlage exakt. Das Unterbewusstsein beschwert sich beim Bewusstsein.

Wie kann man nun die Symptomenbotschaft verstehen? Wenn Körper wandelnde Programme sind, verweisen Symptome logischer Weise auf Konflikte, die inhaltlich mit dem Zweck der Organe, an denen sie auftreten, zu tun haben.

Ein Beispiel:

Der Kopf steht z. B. für den Anspruch eines Lebewesens auf soziale Geltung. Beschwerden des Kopfes verweisen darauf, dass man sich in seiner sozialen Geltung in Frage gestellt fühlt. Die Tatsache, dass bei jemandem Kopfschmerz durch die Sonne verursacht wird, verweist darauf, dass er sich durch die Sonne in seiner Geltung in Frage gestellt fühlt. Die emotionale Überempfindlichkeit des Patienten auf die Sonne bedeutet, dass in ihm eine Empfindlichkeit auf die dominante Ausstrahlung, wie sie manche Menschen besitzen, vorliegt. Somit bedeutet Kopfschmerz durch die Sonne, dass man sich durch ihre dominante Präsenz in der eigenen Geltung in Frage gestellt fühlt.

Meist handelt es sich um Menschen, die mit Dominanz schlechte Erfahrungen gemacht haben oder die sich mangels eigener Präsenz von jeder Dominanz gleich bedrängt fühlen.

Das bedeutet, Symptome sind Folge der Reizbarkeit oder Überempfindlichkeit eines Menschen auf Basis einer subjektiven Bewertung seiner sozialen Situation. Keinesfalls sind die Symptome objektive, allgemeingültige Wahrheit.

Das Bewusstsein nimmt die Botschaft zur Kenntnis. Die Ursache scheint jedoch nicht in der Botschaft auf,  das Bewusstsein ist also aufgefordert, sie aus logischen Zusammenhängen abzuleiten. Das bedeutet aber stets, dass es bei Krankheiten zu einer Auseinandersetzung zwischen Wunsch und Wirklichkeit kommt.

Widerspricht nämlich die Botschaft den eigenen Wünschen, wird man dazu neigen, die Symptome als mechanischen Defekt zu interpretieren, also lieber annehmen, im System gäbe es einen Fehler. Das ist einfacher als sich der Botschaft und ihren Aufforderungen zu stellen.

Erinnern Sie sich nun bitte an das Beispiel des Boten von der mongolischen Invasion.

Möglicherweise ist es der Wunsch des chinesischen Kaisers, in seiner Selbstherrlichkeit durch keinerlei Widersprüche von außen in Frage gestellt zu sein. Die Invasion wirft jedoch ein negatives Licht auf seine Verteidigungspolitik. Also wird er den Boten köpfen lassen und selber vielleicht zur Opiumpfeife greifen.

Auf Körperebene entspricht eine Operation oder die Einnahme eines Schmerzmittels dieser Problemlösungsstrategie.

Wenn also der Körper programmartig strukturiert ist, teilen Symptome die Tatsache mit, dass er in seiner emotionalen Empfindsamkeit, seiner Vorstellung von der Welt berührt wurde.

Wie fließen nun die Umstände, die ein Symptom verbessern oder verschlimmern in die Symptomenbotschaft ein?

Sich bessernde oder verschlimmernde Umstände eines Symptoms beschreiben die Reizbarkeit und damit auch den Reiz. Das heißt, sie benennen zwar die Ursache nicht, geben aber thematische Hinweise auf sie.

Hier zeige ich Ihnen dazu zwei Beispiele:

Kältebesserung bedeutet,  dass soziale Nähe, Wärme als bedrängend empfunden wird, dass man also sozialen Abstand wünscht.

Kälteverschlimmerung bedeutet, dass man sich sozial isoliert, ausgestoßen fühlt, dass man also soziale Nähe wünscht.

Ist also alles psychosomatisch? Ja und nein. Psychosomatisch beschreibt in der herkömmlichen Sichtweise den Vorgang, dass sich die Seele über eine Ursache erregt und dies über den Körper zum Ausdruck bringt.

Durchfall vor einer Prüfung ist z. B. so ein Spezialfall, wo ganz offensichtlich Erwartungsspannung mit dieser Reaktion verknüpft ist. Begrifflich verweist sie auf Angst vor einem traumatischen Ereignis.

Ist das also eine Abweichung vom Normalfall? Ist also Durchfall vor einer Prüfung etwas völlig anderes als Durchfall durch eine Lebensmittelvergiftung?

Nein, denn der Körper reagiert generell nach immer gleichen Mustern.

Stuhlgang ist die Folge der Tatsache, dass Speisen Träger individueller Information sind und dass Essen eine kommunikative Auseinandersetzung mit sozialen Partnern ist. Dabei stellt sich heraus, dass man nicht mit allen potenziellen Kommunikationspartnern eine soziale Beziehung eingehen kann. Man passt nicht, also kommt es zur Trennung in Form von Stuhl.

Beim Durchfall steigert sich die Auseinandersetzung zum Konflikt, der schließlich in eine emotionale Reaktion, den Durchfall, mündet.

Beim Prüfungsdurchfall ergibt sich eben diese Konstellation auf der Gemütsebene. Der Geprüfte hat das Gefühl, den Anforderungen nicht gerecht werden zu können und daher abgesondert zu werden, durchzufallen. Nichts anderes passiert beim gewöhnlichen Durchfall.

Grundsätzlich interpretieren Organismen jede Auseinandersetzung auf diese soziale Weise. Im Krankheitsfall fühlen sie sich in Frage gestellt.

Diese Zusammenhänge sind im gesamten Körper zu finden, woraus man schließen kann, dass der Körper ein informatisches System ist, das die Erfüllung der sozialen Akzeptanzbedingungen als Vorgabe hat.

Daraus können wir im Weiteren schließen, dass für den Körper die Erfüllung der Bedingungen sozialer Akzeptanz die wichtigste aller Vorgaben ist, weil der Mensch als soziales Wesen auf soziale Akzeptanz angewiesen ist.

Die logische Konsequenz daraus ist … der Körper ist ein Konstrukt, das auf allen Ebenen die Erreichung sozialer Akzeptanz zum Ziel hat.

Im nächsten Artikel werden wir uns mit dem Wesen der Krankheitskonflikte befassen. Es wird hier um die Grammatik der Symptomensprache gehen.

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Wesen und Sinn der Symptome: Wieso die Psyche die Körperchemie beherrscht und nicht die Körperchemie die Psyche.

Dr. Philipp Zippermayr   

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Was sind Krankheitssymptome, wenn die Welt nicht feststofflich sondern informatisch aufgebaut ist. In diesem von der theoretischen Physik angenommenen Fall ergeben sich für die Definition, was Krankheit eigentlich ist, abweichende Erklärungen. In einer informatischen Wirklichkeit kann es nämlich keine funktionalen Störungen, sondern nur innere Widersprüche, also Konflikte geben.  Wenn aber Krankheiten auf Konflikten beruhen, müssen Symptome emotionale Reaktionen sein.